Geschichte des Krankenhauses St. Josef-Stift
Bereits 1868 gab es Bestrebungen katholischer Celler Bürger "eine Anstalt zu gründen, die anderswo großen Segen für Kirche und Staat, Schule und Familie verbreitet hat." Dank einer Stiftung des Hildesheimer Bischofs Eduard Jacob Wedekin in Höhe von 1.000 Silberthaler Courant an die Ludwigs Gemeinde wurde diese Anstalt dann unter dem Namen " Josef-Stiftung in Celle" errichtet. Bei ihr handelt es sich darum - so heißt es in der Chronik - "den oft weit vom Pfarrort wohnenden Kindern katholischer Eltern in den letzten Schuljahren eine gute Vorbereitung zur ersten heiligen Kommunion zu ermöglichen", dann auch, "um die Förderung anderer Werke der christlichen Caritas, insbesondere der ambulanten Krankenpflege" zu ermöglichen. In der handschriftlichen Chronik heißt es weiter: "Unsere liebe kleine Stiftung begann mit der Ankunft von 3 Schwestern am 15. April 1871. Sie fuhren zusammen nach dem neu einzurichtenden Klösterchen am Bohlenberg 14" (heute Bullenberg). Hierbei handelt es sich um ein Haus, das als Keimzelle des Krankenhauses St. Josef-Stift bezeichnet wird.
Die den Intentionen ihres Gründers Vinzens von Paul verpflichteten Barmherzigen Schwestern - auch Vincentinerinnen genannt - bemühten sich besonders um Randgruppen der menschlichen Gesellschaft, zu denen insbesondere auch die Kranken gehören. "Laßt uns Gott lieben, meine Brüder, aber auf Kosten unserer Arme, im Schweiße unseres Angesichtes" - so einer der Appelle des Vinzens von Paul. 1633 als Genossenschaft der Töchter der christlichen Liebe in Paris gegründet, fanden die Vincentinerinnen rasch Verbreitung in ganz Europa. 1734 wurde - gleichsam als Brückenkopf in den deutschsprachigen Raum - die elsässische Kongregation gegründet, die dann rasch Frauen aus dem Norden Deutschlands in ihr Noviziat aufnahmen, die wiederum dann 1841 die Paderborner Niederlassung gründeten. Von Paderborn aus wurde dann 1852 die Niederlassung in Hildesheim gegründet, aus der die 3 Schwestern 1871 nach Celle kamen.
Aus 2 Patienten am Eröffnungstag waren 2 Jahre später bereits 80 in der Stadt zu pflegende geworden und die Zahlen wuchsen in den folgenden Jahren rasch. Im Kulturkampf 1876 wurden den Schwestern die inzwischen aufgebauten weiteren Einrichtungen wie Handarbeitsschule und Bewahrschule genommen, lediglich die Ausübung der ambulanten Krankenpflege blieb ihnen gestattet. 1892 konnten die Schwestern einen Neubau beziehen, der ihnen die Krankenpflege auch im eigenem Haus ermöglichte. Auch wurden einige Zimmer zur Aufnahme von Kranken hergerichtet und durch einen ungenannten Wohltäter auch ein Operationszimmer mit seiner notwendigen Ausstattung beschafft und so konnte am 14.10.1993 das 100jährige Bestehen des Krankenhause St. Josef-Stift gefeiert werden. Im Gründungsjahr wurden 183 stationäre Kranke behandelt - durchschnittlich 20 - 25 Patienten gleichzeitig. 1928 waren es bereits 1.535 Patienten mit 9.325 Verpflegungstagen bei insgesamt 663 durchgeführten Operationen. Darüber hinaus wurden an der Hauspforte 920 Portionen Essen an Bedürftige verteilt; zur Pflege Kranker in der Stadt waren 1.260 Besuche notwendig. "Eine imponierende Tätigkeit", wie es in der Festschrift anläßlich des 75jährigen Bestehens der Arbeit der Vincentinerinnen in Celle heißt. 1930 wurde eine Entbindungsstation eingerichtet und 1936 eine Innere Abteilung unter der Leitung des Chefarztes Dr. Opitz und eine Chirurgischen Abteilung unter Leitung des Chefarztes Dr. Petermüller.
1970 verließen die letzten Vincentinerinnen Celle, um in ihr Mutterhaus in Hildesheim zurückzukehren. Heute wird das Krankenhaus St. Josef-Stift mit den Hauptabteilungen Innere Medizin, Allgemeinchirurgie, Gefäßchirurgie, Anästhesie und Intensivpflege sowie 2 Belegabteilungen für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Ophthalmochirurgie nicht mehr als Sondervermögen der St. Ludwigs Gemeinde durch dessen Kirchenvorstand verwaltet. Rechtsträgerin des Krankenhauses ist seit 1979 die "Stiftung St. Josef-Stift in Celle" als rechtsfähige Kirchliche Stiftung bürgerlichen Rechts. Vertreten wird sie durch einen 5-köpfigen Vorstand, in den jeweils ein Vertreter der 3 katholischen Kirchengemeinden in Celle entsandt wird, sowie ein Vertreter des Diözesan Caritas-Verbandes in Hildesheim und ein vom Diözesanbischof benannter Priester.
Dem erste stationäre Krankenpflege und operative Behandlungen ermöglichenden Bau aus 1892 an der Kanonenstraße folgten weitere Anbauten zur Vergrößerung der Bettenkapazität und der Funktionsbereiche, dann auch entlang des Bullenberges, zuletzt mit einem Neubau für 50 Betten, der am 19.03.1997 eingeweiht werden konnte. 1983 war ein Operationstrakt mit 2 Operationssälen in Betrieb genommen worden.
In 2004 ist mit dem 2. Erweiterungsneubau begonnen worden. Neue Krankenzimmer, aber auch Verbesserungen in anderen Funktionsbereichen werden das Ergebnis sein.
Im Mai 2005 übernimmt das ALLGEMEINE KRANKENHAUS CELLE die Betriebsführung im St. Josef Stift.
Die Vorstände des Allgemeinen Krankenhauses Celle (AKH) und des St. Josef-Stifts einigten sich im Juli 2005 über die Bedingungen für eine Zusammenführung beider Häuser.
Am 19. September 2005 übernahm die Krankenhaus St. Josef-Stift gGmbH als hundertprozentige Tochter des ALLGEMEINEN KRANKENHAUSES CELLE die Betriebsführung des St. Josef-Stiftes in Celle. Geschäftsführer ist Norbert Mischer, gleichzeitig Verwaltungsdirektor am AKH Celle und Geschäftsführer der Klinikum Peine gGmbH.
Mit dem Klinikum in Peine ist das St. Josef-Stift nun bereits das dritte Krankenhaus im Zusammenschluss mit dem AKH Celle. Diese Art der gemeinsamen Zusammenarbeit von Krankenhäusern ist in Niedersachsen bislang beispiellos.

Auch die Belegschaft des St. Josef-Stiftes ist an einer erfolgreichen Zusammenarbeit interessiert und bringt sich intensiv ein. Die Mitarbeiter sind froh, dass mit dem AKH Celle ein verlässlicher Partner gefunden worden ist, mit dem gemeinsam die Standortstärkung beider Celler Krankenhäuser vorangetrieben werden kann.
Am 1. Juli 2010 erfolgte die "Verschmelzung" von Krankenhaus St. Josef-Stift und Allgemeines Krankenhaus Celle und das St. Josef-Stift ist somit ein Standort des AKH Celle.






